Mit dem Jeep von Tupiza nach Uyuni. Der Salar de Uyuni. Grenzenloses Weiß bis an den Horizont, nichts als Salz.

Reisebericht Bolivien 2003
Von Tupiza nach Uyuni – Teil 3
Salar de Uyuni

Bolivien: Salar de Uyuni
Der endlose Salar – Blendendes Weiß bis an den Horizont
 
Bolivien, Salar de Uyuni: Salzkristalle
Sieht fast aus, wie Eisfischen … es war zum Glück aber nicht so kalt. An manchen Stellen gibt es Löcher in der obersten Schicht des Salars, die an dieser Stelle ca. 30cm dick ist. Gerado bricht uns große Salzkristalle als Souvenirs aus dem See. Unter der ersten Salzschicht waren etwa 80cm Wasser, dann kam wieder solides Salz.
 
Bolivien, Salar de Uyuni: Wahnsinn in Weiß
Ist es das Salz oder das endlose Weiß, das einen durchdrehen lässt? Wir hatten jedenfalls Spaß.
 
Bolivien, Salar de Uyuni: Hut-Frisbee
Hut-Frisbee (© Keith Christiansen)

Der vielleicht wichtigste Vorteil unserer Reiseroute (auch wenn er sich als relativer herausstellen sollte) ist der, dass wir uns aussuchen konnten, ob wir den Salar de Uyuni, den größten und höchstgelegenem Salzsee der Welt, bei Sonnenaufgang oder -untergang besichtigen wollten. Die normalen Touren von Uyuni kommen gegen Mittag vorbei und erleben weder das eine noch das andere. Wir entschieden uns für Sonnenaufgang und waren damit die erste Gruppe mit dieser Entscheidung seit einem Jahr, denn das hieß automatisch, dass wir um halb zwei aus dem Bett mussten und gegen fünf am Salar waren, um in völliger Dunkelheit auf den Einbruch der Dämmerung zu warten. Aber leider, leider: Das erste Mal machte uns die Regenzeit einen Strich durch die Rechnung, es war bewölkt, nieselte Leicht. Vom Sonnenaufgang war kaum etwas zu sehen, gerade genug, um zu erahnen, was für ein Erlebnis das sein kann, wenn man in der Mitte des Salzsees steht (ca.100km Durchmesser), wenn der gesamte Horizont nur mit Salzebene erfüllt ist.

Auch ein weiteres Phänomen hat uns der See nicht gegönnt: nach Regen kann es sein, dass der See in weiten Bereichen mit einer zentimetertiefen Wasserschicht bedeckt ist, die eine totale Reflexion des Himmels wiedergibt, so dass man, wenn man in der Mitte dieser Wasserschicht steht, das Gefühl hat, im Weltall bzw. in den Wolken zu schweben. Trotzdem war diese Salzebene von Anfang an beeindruckend. Nach den ersten Eindrücken haben wir auf einer mit Kakteen übersäten Insel gefrühstückt. Wusstet Ihr, dass die Riesenkakteen nur einen cm pro Jahr wachsen und 12m = 1200 Jahre und mehr erreichen können? Dann sind wir weiter gefahren und haben bald darauf auf dem See ein Mittagspicknick gemacht (im wohl bizarrst-möglichen Umfeld). Geraldo hat uns aus ein paar Löchern in der obersten Salzdecke wunderbare Salzkristalle heraus gebrochen. Irgendwie sind wir dann albern geworden, haben Spaßfotos gemacht, die Sonne hat sich tatsächlich herausgewagt, und wir haben angefangen mit Keiths Hut Frisbee zu spielen, haben sicherlich eine Stunde herumgetollt. Leider haben wir und insbesondere ich dabei die Kraft der Sonne auf der weißen Salzfläche unterschätzt und ich habe mir meinen ersten Sonnenbrand seit langem eingefangen und mir das Gesicht verbrannt, wie vielleicht noch nie. Glücklicherweise ist jetzt wieder alles einigermaßen in Ordnung und das Rot hat sich in vernünftiges Braun gewandelt.

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© Volker Umpfenbach

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