Reisebericht Jordanien 2011
Von Dana ins Wadi Rum

Da man in Jordaniens Süden eigentlich nur eine Achse hat, entlang derer man sich bewegt und man somit fast zwangsläufig auf Hin- und Rückweg an jedem Punkt vorbeikommt, entschlossen wir uns, zunächst an der Felsenstadt Petra vorbeizufahren und als nächstes das Wadi Rum zu besuchen.

Jordanien
Ein verlassenes Dorf, kaum vom umgebenden Fels zu unterscheiden.
Jordanien
Spektakuläre Landschaft entlang der Route
Jordanien
Blick von der Raststätte „End of the World“
Jordanien
Erster Blick ins Wadi Rum

Im Ort Quwayra wollen wir noch ein paar Vorräte kaufen, weil wir gehört haben, dass man sich im Wadi Rum weitgehend selbst versorgen müsse. Noch wichtiger ist es uns aber, etwas Richtiges zu essen zu bekommen, denn wir sind von der langen Fahrt ziemlich hungrig. Der Versuch, ein Restaurant oder einen Falafel Stand zu finden, gestaltet sich jedoch schwierig: Kaum jemand spricht Englisch (ist uns nur hier passiert), Restaurants gibt es im ganzen Ort nicht und der einzige Falafel-Stand ist geschlossen. Schließlich empfiehlt uns jemand, zur Autobahnraststätte zu fahren.

Schweren Herzens fahren wir in die angezeigte Richtung, haben aber wohl auch da einen Wurm drin, denn kaum außerhalb des Ortes winkt uns der Fahrer eines entgegenkommenden Jeeps und deutet uns an, dass wir auf dem falschen Weg sind. Es stellt sich heraus, dass Saleh, der Fahrer, gut Englisch spricht. Wir sollen ihm hinterherfahren, er zeige uns einen Falafel Stand. Und als dann auch er feststellt, dass der geschlossen hat, werden wir ins Haus seines Onkels zum Essen eingeladen. Widerspruch wird nicht akzeptiert.

Bei der Gelegenheit: In Jordanien gehört es zur Höflichkeit, Einladungen auszusprechen. Es kann durchaus sein, dass einen auf der Straße ein Fremder anspricht und nach ein paar freundlichen Worten eine Einladung bei ihm zu Hause zu einem Tee ausspricht. Es gehört dann aber auch zur geforderten Höflichkeit, dass man ablehnt! Erst wenn man drei Mal vehement abgelehnt hat und die Einladung immer noch wiederholt wird, ist sie ernstgemeint. Wer sich hieran nicht hält, kann den Einladenden in arge Bedrängnis bringen.

Als also auch die dritte Ablehnung ohne Wirkung verpufft war, konnten wir nicht anders. Wir kramen schnell noch zwei Päckchen Nüsse und Süßigkeiten zusammen, um wenigstens nicht mit leeren Händen dazustehen. Dann wird uns ein leckeres Gericht mit Reis, Gemüse und Hähnchen serviert. Wir essen aber nicht mit der Familie, die ist nebenan mit anderen Gästen beschäftigt. Dann begrüßt uns der Chef des Clans, der wie mit einem großen Bild an der Wand dokumentiert ist, schon dem König des Landes die Hand geschüttelt hat.

Nun kommt Saleh wieder ins Spiel. Er hatte uns schon vor der Einladung zum Essen gesagt, dass er selbst ein kleines Beduinen-Camp im Wadi Rum betreibt. Er stellt uns sein Angebot vor, wir handeln ein wenig und dann entscheiden wir uns für ihn. Eine gute Wahl, wie sich herausstellt. Es ist teurer als die billigsten Angebote, von denen wir gelesen haben, aber wir sind allein im Camp, werden von Salehs Frau Alia von morgens bis abends fürstlich bekocht und erleben einen weiteren unvergesslichen Höhepunkt unserer Reise.

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© Volker Umpfenbach

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