Seltsame Fügungen bei Reisebekanntschaften. Kurzausflug nach La Liberdad und Zunzal, El Salvador.

Reisebericht El Salvador 2002

14. Mai 2002

Liebe Freunde,

es gibt Leute, die nicht an den Zufall glauben. Seltsamerweise begründen einige dieser Leute dies mit Ergebnissen der Quantenphysik, die in einem ihrer wichtigsten Ergebnisse bewiesen hat, dass Zufall eines der bestimmenden Gesetze des Mikrokosmos ist, und die Welt damit vor dem Determinismus gerettet hat, der aus den Newtonschen Gesetzen folgt und auch Einstein widerlegt hat, der nicht an diese Ergebnisse glaubte und sagte "Gott würfelt nicht". Die folgende Geschichte hat also nichts mit Quantenphysik zu tun, aber lest selbst.

In meiner letzten Mail habe ich Euch von Peter erzählt, dessen Gepäck gestohlen wurde. Wie sich mittlerweile herausgestellt hat, ist Peter mitunter deshalb nach Guatemala gekommen, um "meinen" Schamanen Bill, den Tarotkarten-Leger Uri kennenzulernen und vielleicht einen Reiki-Kurs bei Viktor zu machen. Er kannte diese Namen von zwei seiner Bekannten, die ich letztes Jahr in San Pedro am Lago Atitlan flüchtig kennengelernt habe. Nun kam er vor zwei Monaten nach Guatemala, fuhr an den Lago Atitlan und verlor von dort aus die Spur, wusste nicht, wie er es anstellen sollte, diese Leute zu finden. Er hatte also schon aufgegeben (obwohl die Tarotkarten im vor Beginn der Reise gesagt hatten, dass er die Leute treffen würde). Nun musste er sich also seine Sachen stehlen lassen, um mich auf dem Rückweg von der deutschen Botschaft im Bus zu treffen. Ich hatte ihm dann Hilfe angeboten, einen Platz zum Schlafen vermittelt und einen Tag später stellen wir fest, dass ich die Informationen habe, die er gesucht hat, denn das sind alles gute Bekannte von mir.

Und so sagen die einen von Euch "Sachen gibt’s" und die anderen sagen "Gottes Wege sind sonderbar" …

El Salvador: Felsen im Meer bei La Liberdad
Das Meer um La Liberdad – Paradies für Surfer
 
El Salvador: Junge mit gefangenem Pelikan
Ein gefangener Pelikan. Er hatte sich einen Flügel gebrochen und keine Chance zu entkommen. Was aus ihm geworden ist? Falls sie ihn gegessen haben, ist das vielleicht sogar besser für ihn gewesen, als am Strand zu verhungern.
 
El Salvador: Ein bunter Friedhof
Ein Friedhof voller Leben

Es ist erst ein paar Tage her, dass ich Euch geschrieben habe. Am Samstagmorgen bin ich ganz früh nach Guatemala Stadt und von dort aus nach El Salvador. Am Nachmittag bin ich in La Liberdad an der Pazifikküste angekommen. El Salvador hat insbesondere im Landesinneren weniger zu bieten, als die Nachbarländer. Es gibt natürlich vereinzelt sehr schöne Orte (habe ich mir sagen lassen) aber der größte Teil des Landes besteht aus Plantagen. Touristisch ist das Land wesentlich weniger erschlossen als der Rest von Central America. Anfang des letzten Jahres wurden große Teile des Landes durch ein Erdbeben zerstört. Man sieht die Folgen nicht mehr, aber die Leute sind zumindest vereinzelt sehr arm. Die Küste ist hauptsächlich Ziel für Surfer, die Wellen sind recht beeindruckend. Das einzige Problem daran ist, dass ich nicht surfe und mir zudem irgendwas im Hals verlegen / verrenkt hatte, so dass ich auch gar keine Versuch hätte unternehmen können, es zu lernen. An der gesamten Pazifikküste wahr es richtig heiß. Als mein Hals ein bisschen besser wurde, konnte ich mich im warmen Wasser erholen und von der Brandung durch die Gegend würfeln lassen. Das war in Zunzal (wohl dem Surferparadies), wo ich noch eine Nacht in einem schönen Hotel verbracht habe und mich mit reichlich gutem Seafood (mir ist kein gutes deutsches Wort eingefallen) gefüllt habe. Dann ging es schon wieder auf den Rückweg nach Guatemala, ich wusste einfach nicht, was ich dort noch machen sollte.

Jetzt bin ich schon wieder in Antigua, freue mich auf ein gutes Abendessen meiner Gastmutter Francisca und habe mich entschlossen meinen Urlaub noch mit einigen Stunden Spanischunterricht zu beenden, das ist bisher etwas kurz gekommen in diesem Urlaub. Insgesamt beginnt hier nun Stück für Stück die Regenzeit, es gibt mehr und mehr Wolken, vereinzelt etwas Regen. Insgesamt ist die Entwicklung sehr spät dran, wohl im Zusammenhang mit El Niño, diesem Wetterphänomen, dass alle zwei bis sieben Jahre das Klima der Region durcheinander würfelt. Gott sei Dank soll es nur ein schwaches El Niño werden, gerade El Salvador und Honduras, die ständig von Erbeben, Hurrikanen und Niños geplagt werden, brauchen dringend eine Pause.

Alles Liebe aus dem immergleichen Antigua Guatemala

Volker

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© Volker Umpfenbach

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